
Beste Gräser und Kräuter sind wichtige Zutaten für das Wohlbefinden der Schafherde von Daniel Hollaus. Der Jungbauer und Käsermeister führt den Schulerhof in Rettenschöss als Biobetrieb. Mit der muttergebundenen Aufzucht der Lämmer sorgt er einerseits für viel Tierwohl und kann anderseits höchste Milchqualität erzielen.
Seit 2017 leitet Daniel Hollaus den Familienbetrieb im Bezirk Kufstein. Seit dem hat sich einiges getan, ohne dabei die Wurzeln und Traditionen außer Acht zu lassen: „Nach meiner Ausbildung und der Meisterprüfung habe ich mich entschlossen, die Landwirtschaft im Vollerwerbsbetrieb mit Direktvermarktung von Schafmilchprodukten zu betreiben. Wir sind ein kontrollierter Bio-Betrieb und das schon seit vielen Jahren. Mein Opa war damit ein Vorreiter und auch ich lege viel Wert darauf, dem Vieh bestes Grundfutter zu geben. Eine Neuerung am Hof ist die muttergebundene Aufzucht. Die Lämmer bleiben solange bei ihren Müttern, solange sie trinken.“

Aufgrund des exzellenten und neutralen Geschmacks und ihrer guten Verdaulichkeit wird Schafmilch seit jeher geschätzt. Schafe statt Kühe war auch eine Entscheidung für Qualität statt Quantität. Und diese zahlt sich aus, denn die Produkte des Käsermeisters sind gefragt: „Die Schafmilch ist von den Inhaltsstoffen her extrem hochwertig. Darum ist mir auch besonders wichtig, ohne Zusätze zu produzieren. Während eine Kuhmilch etwa 4 Prozent Fett beinhaltet, sind es bei der Schafmilch 8 Prozent Fett. Ein Schaf gibt etwa zwei Liter Milch am Tag, daher sind die Mengen beschränkt. Die Schafmilch ist eine gute Alternative zur Kuhmilch, geschmacklich ähnlich aber für Menschen mit einer Unverträglichkeit besser geeignet.“
Mit viel Wissen und handwerklichem Geschick veredelt der Käsermeister den wertvollen Rohstoff zu Käsespezialitäten wie Frischkäse, Weißes Schaf (eine Art Camembert), gereifter Frischkäse, Bergkäse, Schnittkäse oder Joghurt. „Ich versuche auch immer wieder einmal, etwas Neues zu kreieren. Was sich bewährt, bleibt dann im Angebot. Erhältlich ist alles über den Ab-Hof-Verkauf, den Bauernmarkt am Samstagvormittag in der Haller Altstadt sowie bei der Sennereigenossenschaft Hatzenstädt und einem Bauernladen“, erklärt Hollaus das Geschäftsmodell seines Hofes, der sich bereits seit fünf Generationen im Familienbesitz befindet: „Wir sind in einer Bergregion beheimatet, daher kann man schon von einem Biobergbauernhof sprechen. Wir haben 16 Hektar Grund und sind damit ein eher kleinerer Betrieb. Gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Anna halte ich rund 120 Milchschafe, zwei Pferde, sowie verschiedene Kleintieren wie Enten und Hühner -da gibt es immer was zu tun. Und mit unseren Kindern Michael und Theresa kommt auch neben der Arbeit garantiert keine Langweile auf.“
