
Für Hildegard Posch vom Urbanhof ist der wöchentlich stattfindende Haller Bauernmarkt weit mehr als nur eine Verkaufsmöglichkeit ihrer Produkte. Fungiert sie doch seit den Anfängen 1990 auch als Sprecherin der Standbetreiber.
Damals mehr oder weniger in diese Rolle hineingerutscht, erinnert sie sich mit einem Schmunzeln an die Anfänge: „Mein Mann war zu der Zeit Ortsbauernobmann und von der Idee eines Haller Bauernmarktes jeden Samstagvormittag wenig angetan. Das galt auch für andere, denn niemand wusste so recht, was man sich darunter vorstellen sollte. In Tirol gab es als Vergleich nur in Wilten einen kleinen Bauernmarkt. Die damals in der Stadt Hall Verantwortlichen wie Bürgermeister Dr. Josef Posch, sein Stellvertreter Fred Hafner und TVB-Obmann Winfried Lampe forcierten zum Glück das Projekt, um die Altstadt zu beleben. Und die Idee ging letztlich voll auf.“

Seit den Anfängen gab es nur wenig Wechsel unter den Standbetreibern. Der Großteil ist seit Anfang an dabei, bzw. ist die zweite und sogar dritte Generation längst eingebunden. Daher ist es kein Wunder, dass der Bauernmarkt auch für die Besucher ein Treffpunkt der Generationen wurde. „Hier wird natürlich eingekauft, aber auch geplaudert, Musik gehört und gelacht. Wir verstehen uns als wichtigen Teil der lokalen Wirtschaft und Teil der Attraktivität der Altstadt, denn so wie wir den Handel und die Gastronomie beleben, so profitieren wir auch von einer funktionierenden Einkaufsstadt. Die Zusammenarbeit mit allen Zuständigen, von der Kaufmannschaft, über den Tourismus, Stadtmarketing bis zur Stadtverwaltung ist sehr gut, wofür wir dankbar sind“, erklärt die Sprecherin des Haller Bauernmarktes.
„Uns war von Anfang an wichtig, dass die Landwirte aus der Region kommen und dass sie nur anbieten, was sie auch selber produzieren. Dazu kommt das Persönliche. Es ist wichtig, dass die Bauern und Produzenten selbst am Stand anzutreffen sind, denn sie können genau erklären, warum das Gemüse, der Käse oder das Brot so gut schmeckt, wie alles weiterverarbeitet werden kann und wie und wo alles hergestellt wurde“, betont Hildegard Posch, die sich über die große treue Stammkundschaft am Haller Bauermarkt freut: „Wir sind ein wichtiger Nahversorger für die Region und nicht wenige kaufen bei uns für die ganze Woche ein. Ich arbeite gerne am Bauernmarkt, denn von den Kundschaften kommt so viel Lob und Wertschätzung für meine Produkte und was gibt es Schöneres? Für uns Standler ist die Arbeit am Oberen Stadtplatz mehr als nur Geldverdienen. Wir kennen die meisten unserer Kunden und Zeit für einen kurzen Ratscher findet sich fast immer.“

Den größten Anteil des Erfolges des Haller Bauernmarktes haben natürlich die angebotenen regionalen Produkte, die mit Mut und Kreativität auch einem gewissen Wandel unterliegen. Unkonventionell waren auch immer die Wege bzw. die Form der Landwirtschaft am Urbanhof. Der Name des Weinheiligen „Urban“ deutet darauf hin, dass hier einst Weinanbau betrieben wurde. Es wird geschätzt, dass der Bauernhof in etwa so alt sein dürfte, wie die 1440 erbaute Heiligkreuzerkirche. Heute wird von der Familie Posch am Urbanhof neben Kartoffeln, Obst und Gemüse der Saison angebaut und viel Wert auch auf spezielle Angebote gelegt, wie etwa Wassermelonen, Tomaten, Paprika und Melanzani, um die sich Sohn Thomas mit viel Engagement kümmert. Von Juni bis Oktober gibt es zudem auch Schnittblumen wie beispielsweise Sonnenblumen, und das ganze Jahr über bietet Hildegard Posch ihr köstliches selbstgemachtes Brot an, für das sie weitum bekannt ist.
